Akupunktur bei IVF und ICSI: Begleitung bei künstlicher Befruchtung

Akupunktur IVF
willeke van panhuis

Willeke van Panhuis
Akupunkteurin (TCM) & Physiotherapeutin FH

Eine IVF- oder ICSI-Behandlung ist für viele Frauen eine intensive Zeit. Termine, Hormonspritzen, Ultraschallkontrollen, die Eizellentnahme und schliesslich das Warten auf den Embryotransfer bestimmen plötzlich den Alltag. Dazu kommt die Hoffnung, dass es dieses Mal klappt.

Vielleicht fragst du dich deshalb, ob du deinen Körper während dieser Zeit zusätzlich unterstützen kannst – und ob Akupunktur bei IVF oder ICSI sinnvoll sein kann.

In meiner Praxis begleite ich Frauen vor und während einer Kinderwunschbehandlung mit Akupunktur. Dabei steht für mich nicht nur der Tag des Embryotransfers im Mittelpunkt. Je nachdem, wann du zu mir kommst, können die Vorbereitung auf die Behandlung, die Stimulationsphase, die Zeit rund um die Eizellentnahme oder die Phase nach dem Transfer unterschiedliche Schwerpunkte haben.

Akupunktur ersetzt dabei keine reproduktionsmedizinische Behandlung. Sie kann als ergänzende Begleitung parallel zu IVF, ICSI oder IUI eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen IVF, ICSI und IUI?

Die Begriffe IVF, ICSI und IUI werden bei Kinderwunsch häufig nebeneinander verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Verfahren.

Bei einer IVF (In-vitro-Fertilisation) werden Eizellen entnommen und ausserhalb des Körpers mit aufbereiteten Samenzellen zusammengebracht. Eine Samenzelle dringt anschliessend selbstständig in die Eizelle ein.

Bei einer ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) findet die Befruchtung ebenfalls ausserhalb des Körpers statt. Der Unterschied liegt darin, dass eine einzelne Samenzelle mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Eizelle eingebracht wird.

Bei einer IUI (intrauterinen Insemination) werden dagegen aufbereitete Samenzellen zum passenden Zeitpunkt direkt in die Gebärmutter eingebracht. Die eigentliche Befruchtung findet danach im Körper statt.

Welche Methode geeignet ist, hängt von der individuellen Ursache des unerfüllten Kinderwunsches ab und wird mit dem behandelnden Kinderwunschzentrum entschieden.

Wie läuft eine IVF- oder ICSI-Behandlung ab?

Der genaue Ablauf wird individuell festgelegt. Eine klassische IVF- oder ICSI-Behandlung besteht jedoch meist aus mehreren Phasen.

Stimulation der Eierstöcke

Zu Beginn werden die Eierstöcke in der Regel hormonell stimuliert. Ziel ist es, mehrere Follikel gleichzeitig heranreifen zu lassen.

Während dieser Zeit wird ihre Entwicklung mit Ultraschalluntersuchungen und teilweise Blutuntersuchungen kontrolliert. Sobald die Follikel entsprechend entwickelt sind, wird die abschliessende Eizellreifung ausgelöst.

Eizellentnahme oder Punktion

Zum geplanten Zeitpunkt werden die Eizellen aus den Follikeln entnommen. Dieser Eingriff wird als Follikelpunktion oder Eizellentnahme bezeichnet.

Anschliessend werden die gewonnenen Eizellen im Labor entweder mittels IVF oder ICSI befruchtet.

Befruchtung und Entwicklung der Embryonen

Nach der Befruchtung werden die entstandenen Embryonen im Labor weiter beobachtet.

Je nach Behandlung und Entwicklung erfolgt der Embryotransfer einige Tage später oder die Embryonen werden eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen eines Kryotransfers eingesetzt.

Embryotransfer

Beim Embryotransfer wird ein Embryo mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter eingebracht.

Danach beginnt für viele Frauen der schwierigste Teil der Behandlung: das Warten auf den Schwangerschaftstest.

Wann mit Akupunktur bei IVF oder ICSI beginnen?

Eine der häufigsten Fragen ist: Wann sollte ich mit Akupunktur beginnen, wenn eine IVF oder ICSI geplant ist?

Darauf gibt es keine feste Antwort, die für jede Frau gilt.

Wenn genügend Zeit vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, bereits vor Beginn dereigentlichen Kinderwunschbehandlung mit der Begleitung zu starten. So habe ich die Möglichkeit, deinen Zyklus und deine individuelle Situation kennenzulernen und die Behandlung nicht erst am Tag des Embryotransfers zu beginnen.

In der Chinesischen Medizin wird Kinderwunsch nicht auf einen einzelnen Moment reduziert. Menstruation, Zyklusverlauf, Eisprung, Verdauung, Schlaf, Wärme- und Kälteempfinden sowie weitere Beschwerden ergeben zusammen ein individuelles Bild.

Manche Frauen beginnen deshalb bereits einige Wochen oder Monate vor einer IVF- oder ICSI-Behandlung mit Akupunktur.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du zwingend drei Monate vorher beginnen musst. Auch wenn deine Stimulation bereits begonnen hat oder der Embryotransfer kurz bevorsteht, kannst du mit einer begleitenden Behandlung starten.

Warum werden häufig drei Monate Vorbereitung empfohlen?

Im Zusammenhang mit Kinderwunsch liest du häufig von einer dreimonatigen Vorbereitung auf IVF oder ICSI.

Der Hintergrund ist unter anderem, dass die Entwicklung einer Eizelle nicht erst in den letzten Tagen vor dem Eisprung beginnt. Follikel durchlaufen bereits vorher verschiedene Entwicklungsphasen.

Daraus sollte allerdings nicht die Vorstellung entstehen, dass Akupunktur innerhalb von drei Monaten die genetische Qualität einer Eizelle verändern oder Eizellen „verjüngen“ kann. Das kann sie nicht.

Gerade wenn du genügend Zeit vor der Kinderwunschbehandlung hast, bietet eine längere Vorbereitungsphase aber die Möglichkeit, deinen Zyklus, Lebensstil und bestehende Beschwerden in Ruhe anzuschauen.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin kann diese Zeit genutzt werden, um vorhandene Muster zu behandeln und möglichst gute Voraussetzungen für die bevorstehende Behandlung zu schaffen.

Akupunktur während der Stimulation

Während der hormonellen Stimulation verändert sich im Körper in kurzer Zeit viel.

In dieser Phase passe ich die Akupunktur an den Verlauf der Kinderwunschbehandlung und daran an, wie du auf die Stimulation reagierst.

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen während der Follikelreifung unter anderem Blut, Yin und Nieren-Energie im Vordergrund. Sie sind TCM-Konzepte und nicht mit westlichen Hormonen oder anatomischen Strukturen gleichzusetzen.

Auch dein allgemeines Befinden gehört zur Behandlung. Manche Frauen erleben während der Stimulation beispielsweise ein Spannungsgefühl im Unterbauch, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder innere Unruhe.

Die medizinische Überwachung der Follikelentwicklung und die Anpassung deiner Medikamente bleiben selbstverständlich Aufgabe deines Kinderwunschzentrums.

Akupunktur vor und nach der Eizellentnahme

Je näher die Punktion rückt, desto voller können sich die Eierstöcke und der Unterbauch anfühlen.

Bei der Akupunktur berücksichtige ich deshalb, in welcher Phase der Stimulation du dich befindest und wann die Punktion geplant ist.

Nach der Eizellentnahme verändert sich der Schwerpunkt erneut. Dann stehen dein Befinden und die Erholung nach dem Eingriff im Vordergrund.

Gerade hier zeigt sich für mich, warum eine Kinderwunschbehandlung mit Akupunktur nicht aus einem starren Punkteschema bestehen sollte. Die Behandlung vor einer Punktion hat einen anderen Schwerpunkt als die Behandlung während der Stimulation oder nach einem Embryotransfer.

Akupunktur rund um den Embryotransfer

Der Embryotransfer ist wahrscheinlich der bekannteste Zeitpunkt für Akupunktur während einer IVF- oder ICSI-Behandlung.

Das liegt auch daran, dass zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen Akupunktur unmittelbar vor und/oder nach dem Embryotransfer untersucht haben.

In meiner Praxis für Akupunktur in Sarnen muss die Akupunktur jedoch nicht exakt am Tag des Embryotransfers stattfinden, um als ergänzende Begleitung sinnvoll zu sein.

Nicht jedes Kinderwunschzentrum bietet beispielsweise die Möglichkeit, unmittelbar vor oder nach dem Transfer eine externe Akupunkturbehandlung einzuplanen.

Ich richte die Behandlung deshalb nach deinem tatsächlichen Behandlungsablauf und deiner individuellen Situation.

Akupunktur nach dem Embryotransfer

Nach dem Transfer beginnt die sogenannte Wartezeit bis zum Schwangerschaftstest.

Viele Frauen empfinden gerade diese Tage als besonders belastend. Nach Wochen mit Medikamenten, Terminen und Untersuchungen kann plötzlich kaum noch aktiv etwas getan werden.

Auch jetzt kann Akupunktur begleitend eingesetzt werden.

Die Behandlung wird dabei an diese Zyklusphase angepasst. Aus Sicht der Chinesischen Medizin verschiebt sich der Schwerpunkt nach dem Transfer stärker in Richtung Bewahren, Beruhigen und Unterstützen.

Wichtig ist gleichzeitig, die Verantwortung für die Einnistung nicht bei dir selbst zu suchen. Du musst nach dem Transfer nicht perfekt essen, vollkommen entspannt sein oder tagelang liegen, damit sich ein Embryo einnisten kann.

Ob eine Einnistung stattfindet, hängt von komplexen biologischen Faktoren ab.

Akupunktur beim Kryotransfer

Auch bei einem Kryotransfer kann Akupunktur begleitend eingesetzt werden.

Bei einem Kryotransfer wird ein zuvor eingefrorener Embryo aufgetaut und in einem späteren Zyklus in die Gebärmutter übertragen. Die Vorbereitung kann je nach Situation in einem natürlichen oder hormonell vorbereiteten Zyklus erfolgen.

Der Schwerpunkt verschiebt sich dadurch gegenüber einer stimulierten IVF oder ICSI. Es gibt keine erneute Eizellentnahme und damit auch keine Stimulationsphase zur Gewinnung mehrerer Eizellen.

Stattdessen steht die Vorbereitung des Zyklus und der Gebärmutterschleimhaut stärker im Mittelpunkt.

Auch hier passe ich die Akupunktur an deinen konkreten Behandlungsplan an.

Gebärmutterschleimhaut und Embryotransfer

Vor einem Embryotransfer wird auch die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut beobachtet.

Sie muss sich im Zyklus passend entwickeln und sich zum richtigen Zeitpunkt in einem empfänglichen Zustand befinden. Die Dicke des Endometriums ist dabei ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.

Wenn deine Gebärmutterschleimhaut wiederholt eher dünn ist, kann es sinnvoll sein, dieses Thema genauer anzuschauen. Akupunktur wurde auch hinsichtlich Gebärmutterdurchblutung, Endometriumdicke und Endometriumrezeptivität wissenschaftlich untersucht.

Es lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass Akupunktur bei jeder Frau die Gebärmutterschleimhaut zuverlässig auf eine bestimmte Dicke aufbaut.

IVF und ICSI aus Sicht der Chinesischen Medizin

Die moderne Reproduktionsmedizin und die Traditionelle Chinesische Medizin betrachten Kinderwunsch aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.

Für mich müssen sich diese beiden Sichtweisen nicht ausschliessen.

Die Reproduktionsmedizin kann beispielsweise Follikel hormonell stimulieren, Eizellen entnehmen, im Labor befruchten und einen Embryo in die Gebärmutter übertragen.

Die Chinesische Medizin betrachtet dagegen stärker das individuelle Gesamtbild der Frau.

Bei Kinderwunsch können aus TCM-Sicht beispielsweise Muster wie Nieren-Yin-Mangel, Nieren-Yang-Mangel, Blut-Mangel, Blut-Stase, Qi-Stagnation oder Kälte eine Rolle spielen.

Diese Begriffe sind traditionelle diagnostische Konzepte. Ein „Nieren-Mangel“ bedeutet beispielsweise nicht, dass deine Nieren im westlich-medizinischen Sinn krank oder geschwächt sind.

Welche Muster bei dir im Vordergrund stehen, kann sich zudem während eines IVF-Zyklus verändern.

Deshalb verwende ich nicht bei jeder Frau mit IVF dieselben Akupunkturpunkte. Ich berücksichtige deinen Zyklus, deine Beschwerden, deine bisherige Kinderwunschgeschichte und die Phase deiner aktuellen Behandlung.

Stress während einer IVF-Behandlung

Eine Kinderwunschbehandlung kann körperlich und psychisch viel verlangen.

Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass eine IVF scheitert, weil du „zu gestresst“ bist.

Dieser Gedanke kann zusätzlichen Druck erzeugen: Du möchtest schwanger werden und hast gleichzeitig das Gefühl, dass du dich nun auch noch unbedingt entspannen musst.

So solltest du Akupunktur nicht betrachten.

Wenn eine Behandlung dir hilft, Momente der Ruhe zu erleben, besser zu schlafen oder dich körperlich wohler zu fühlen, kann das während eines belastenden Kinderwunschweges wertvoll sein – unabhängig davon, ob sich dadurch die statistische Schwangerschaftsrate verändert.

Was sagt die Wissenschaft zu Akupunktur bei IVF?

Akupunktur im Zusammenhang mit IVF wird bereits seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht.

Besonders bekannt wurden frühe Studien, in denen Frauen unmittelbar vor und nach dem Embryotransfer akupunktiert wurden. Einige dieser Untersuchungen fanden höhere Schwangerschaftsraten in den Akupunkturgruppen. Spätere und grössere Studien konnten diese Ergebnisse jedoch nicht immer bestätigen.

Auch neuere systematische Reviews und Metaanalysen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einige finden Hinweise auf höhere klinische Schwangerschaftsraten und teilweise positive Effekte auf weitere IVF-Ergebnisse. Andere Vergleiche – insbesondere mit Scheinakupunktur – zeigen deutlich kleinere oder keine überzeugenden Unterschiede.

Ein Problem der Forschung ist, dass sich die Studien stark unterscheiden. Untersucht werden beispielsweise:

  • Akupunktur nur rund um den Embryotransfer,

  • mehrere Behandlungen während der Stimulation,

  • Behandlungen bereits vor Beginn der IVF,

  • unterschiedliche Akupunkturpunkte,

  • manuelle Akupunktur oder Elektroakupunktur,

  • und unterschiedliche Kontrollgruppen.

Dadurch ist „Akupunktur bei IVF“ in den Studien nicht immer dieselbe Behandlung.

Die bisherige Forschung liefert deshalb interessante und teilweise positive Hinweise, reicht aber nicht aus, um jeder Frau versprechen zu können, dass Akupunktur ihre Chance auf eine Lebendgeburt erhöht.

Für mich ist Akupunktur deshalb eine ergänzende Behandlung während des Kinderwunschweges – kein Ersatz für IVF oder ICSI und keine Garantie für deren Erfolg.

Wie oft Akupunktur während IVF oder ICSI?

Auch hierfür gibt es kein Schema, das für jede Frau gleich sein muss.

Wie häufig eine Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wann du mit Akupunktur beginnst, wie dein IVF- oder ICSI-Protokoll aussieht und welche Beschwerden oder TCM-Muster bei dir im Vordergrund stehen.

Wenn wir bereits vor Beginn der Kinderwunschbehandlung starten, kann die Begleitung anders aussehen, als wenn du erst während der Stimulation oder kurz vor dem Embryotransfer zu mir kommst.

Während einer laufenden IVF- oder ICSI-Behandlung orientiere ich mich deshalb auch an den wichtigen Terminen deines Kinderwunschzentrums.

Akupunktur und Kinderwunschzentrum geht beides zusammen?

Ja. Ich verstehe Akupunktur bei IVF oder ICSI ausdrücklich als Ergänzung zur Reproduktionsmedizin.

Deine Medikamente, Stimulationsprotokolle, Ultraschallkontrollen, Punktion und der Embryotransfer werden durch dein Kinderwunschzentrum geplant und überwacht.

Für meine Behandlung ist es hilfreich zu wissen, wo du dich gerade im Ablauf befindest. Du kannst mir deshalb gerne mitteilen, welche Medikamente du erhältst, wann Kontrollen stattfinden und wann Punktion oder Transfer geplant sind.

Wenn medizinische Fragen oder Auffälligkeiten auftreten, gehören diese immer in die Hände deiner behandelnden Ärztin, deines behandelnden Arztes oder deines Kinderwunschzentrums.

Und wenn die IVF oder ICSI nicht erfolgreich war?

Eine erfolglose Kinderwunschbehandlung kann sehr enttäuschend sein.

Gleichzeitig lässt sich aus einem einzelnen IVF- oder ICSI-Zyklus nicht immer eindeutig ableiten, warum keine Schwangerschaft entstanden ist.

Je nach Verlauf können beispielsweise Anzahl und Reife der gewonnenen Eizellen, Befruchtung, Embryonalentwicklung, Gebärmutterschleimhaut, Transfer oder andere medizinische Faktoren betrachtet werden.

Wenn weitere Behandlungen geplant sind, kann auch die Akupunkturbegleitung an die Erfahrungen aus dem vorherigen Zyklus angepasst werden.

Wichtig ist mir dabei, nicht rückblickend die Vorstellung zu erzeugen, du hättest durch eine bestimmte Ernährung, weniger Stress oder mehr Akupunktur ein anderes Ergebnis erzwingen können.

Kinderwunschbehandlungen bleiben trotz aller Vorbereitung nicht vollständig kontrollierbar.

Begleitung auf deinem Kinderwunschweg

Jeder Kinderwunschweg ist anders – und genauso individuell kann auch die begleitende Akupunktur gestaltet werden. Ob du dich auf eine IVF oder ICSI vorbereitest, bereits mitten in der Behandlung bist oder vor einem Kryotransfer stehst: Wir schauen gemeinsam, welche Begleitung in deiner aktuellen Situation sinnvoll ist.

In meiner Praxis in Sarnen nehme ich mir Zeit für deine persönliche Situation und stimme die Behandlung auf die jeweilige Phase deines Kinderwunschweges ab.

Häufige Fragen zu Akupunktur bei IVF und ICSI

Wann sollte ich vor einer IVF mit Akupunktur beginnen?

Du kannst bereits einige Wochen oder Monate vor einer geplanten IVF oder ICSI beginnen. Dadurch bleibt mehr Zeit, deinen Zyklus und deine individuelle Situation zu berücksichtigen. Drei Monate sind jedoch keine wissenschaftlich festgelegte Mindestdauer. Auch während einer bereits laufenden Behandlung kann Akupunktur ergänzend eingesetzt werden.

Ist Akupunktur während der hormonellen Stimulation möglich?

Grundsätzlich kann Akupunktur auch während der Stimulationsphase eingesetzt werden. Die Behandlung sollte an die jeweilige Phase und deine individuelle Situation angepasst werden. Die medizinische Kontrolle der Follikel und Medikamente erfolgt weiterhin durch dein Kinderwunschzentrum.

Wann Akupunktur beim Embryotransfer?

Viele Studien haben Akupunktur unmittelbar vor und nach dem Embryotransfer untersucht. In der Praxis ist eine Behandlung exakt am Transfertermin jedoch nicht immer möglich oder notwendig. Ich passe die Termine an deinen tatsächlichen Behandlungsablauf an.

Kann Akupunktur die Erfolgschancen einer IVF erhöhen?

Einige Studien und Metaanalysen berichten positive Effekte auf klinische Schwangerschaftsraten und teilweise weitere IVF-Ergebnisse. Andere hochwertige Untersuchungen zeigen dagegen keinen eindeutigen Vorteil, insbesondere wenn Akupunktur mit Scheinakupunktur verglichen wird.

Deshalb lässt sich derzeit nicht zuverlässig versprechen, dass Akupunktur die individuelle IVF-Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht.

Kann Akupunktur die Eizellqualität bei IVF verbessern?

Es gibt Untersuchungen zu Akupunktur während der Follikelentwicklung und zu möglichen Auswirkungen auf Eizell- und Embryoparameter. Auch neuere Metaanalysen berichten teilweise positive Ergebnisse. Die Evidenz ist jedoch noch nicht ausreichend, um daraus eine Garantie oder eine allgemein gültige Behandlungsempfehlung abzuleiten.

Akupunktur kann ausserdem weder das biologische Alter einer Eizelle zurückdrehen noch altersbedingte Chromosomenveränderungen verhindern.

Hilft Akupunktur bei der Einnistung nach IVF?

Akupunktur rund um den Embryotransfer gehört zu den am häufigsten untersuchten Bereichen der Kinderwunschakupunktur. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind gemischt. Eine erfolgreiche Einnistung hängt von vielen Faktoren ab, darunter Embryonalentwicklung, Endometrium und hormonelles Timing. Akupunktur kann eine Einnistung nicht garantieren.

Ist Akupunktur auch bei IUI sinnvoll?

Auch eine IUI kann mit Akupunktur begleitet werden. Da bei der IUI die Befruchtung im Körper stattfindet und der Ablauf anders ist als bei IVF oder ICSI, wird die Behandlung entsprechend angepasst.

Kann ich auch erst kurz vor dem Embryotransfer mit Akupunktur beginnen?

Ja. Du musst nicht auf Akupunktur verzichten, nur weil du nicht bereits Monate vorher begonnen hast. Die Behandlungsmöglichkeiten sind dann andere als bei einer längeren Vorbereitung, können aber an die aktuelle Phase angepasst werden.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zu deiner individuellen Situation wende dich bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine andere entsprechend qualifizierte Fachperson.